
Für Jan Holthusen von der Lehrergewerkschaft Erziehung und Wissenschaft im Kreis besteht an deutschen Schulen noch Verbesserungsbedarf in Sachen Rückmeldekultur. Die GEW unterstützt das neue Feedback-Portal daher unbedingt, hätte sich aber lieber personalisierte, statt anonyme Rückmeldungen gewünscht. Und: in der Vergangenheit wurden Schulen oft alleine gelassen. Für die Lehrergewerkschaft ist wichtig, dass das nicht wieder passiert und es eine wissenschaftliche Begleitung vom Land gibt, sollten Probleme durch das Portal erkannt werden. Sollte das nicht so sein, sollte das Geld für das Feedback-Portal lieber in Mitarbeiter und andere Ressourcen fließen. Rückmeldungen von Schülern sind eine Hilfestellung Unterricht zu reflektieren und weiterzuentwickeln und soziale Strukturen in einer Klasse zu beleuchten, sagt auch Christian Pennekamp vom Lehrerverband Bildung und Erziehung im Kreis. Wichtig sei aber, es pädagogisch sinnvoll einzubetten und es dürfe nicht zu einem zusätzlichen Kontrollmechanismus werden oder ein Lehrer-Ranking daraus entstehen. Gleichzeitig sagt der VBE aber auch: noch mehr Daten zu erheben, wird Probleme an Schulen nicht lösen. Wenn Ergebnisse von Feedback oder Tests wirklich etwas bringen sollen, brauchen Schulen vor allem mehr Personal, kleinere Lerngruppen und bessere Rahmenbedingungen. Sonst bestünde die Gefahr, dass viel gemessen und dokumentiert wird, ohne, dass sich im Alltag der Schulen oder der Schüler tatsächlich etwas verbessert.